Das Ergebnis der Bundestagswahl ist klar. Der Sieger stand bereits fünf Minuten nach dem Schließen der Wahllokale fest und die einzige Spannung lag darin, ob es AfD oder FDP noch schaffen würden in den Bundestag zu kommen oder ob die CDU/CSU die Absolute Mehrheit bekommen würde. Beides ist nicht eingetreten, aber der Wählerwille - wenn es den überhaupt gibt - ist eindeutig. Er ruft nach Mama Merkel und dem Weiter-so.
Da aber doch eine Koalition vonnöten ist, dürfen sich wegen 5 fehlender Stimmen die Sozialdemokraten mal wieder zu Wort melden. Es sei doch klar, daß ein Politikwechsel hermüsse heißt es aus dem Willy-Brandt-Haus. Wieso ist das klar? Die amtierende Union ist mir weniger als einem Prozent der Sitze und einem der besten Ergebnisse überhaupt wiedergewählt worden. Lesen die Sozen andere Daten oder verstehen sie nicht, daß 41 deutlich mehr als 25 ist?
Natürlich versucht man zu Beginn der Verhandlungen die Kosten möglichst hoch zu halten. Auch da die SPD weiß, daß ihr verlorenes Profil ihr seit den Schröder/Müntefering-Jahren immer noch schadet. Ob Realitätsverleugnung da hilft, wage ich aber zu bezweifeln.
Heute dann verkündet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung nun die personellen Forderungen der SPD für den Regierungseintritt. Wohlgemerkt, es geht um 5 Stimmen, die sie liefern müssen. Aber sie fordern gleich mal 6 Ministerien! Darunter das Außenamt für Vizekanzler Gabriel, was ansich schon eine riesige Kröte ist. Nach dem Amateur Westerwelle nun auch noch Gabriel, wie soll man uns da noch ernst nehmen in der Welt? Richtig lächerlich wird es dann, wenn der Name Andrea Nahles für das Arbeitsministerium zirkuliert wird. Eine Personalie, die noch nicht mal mit rot-grün machbar war! Daß die SPD auch noch das Finanzministerium, also das Ministerium, das alles andere lahm legen kann haben will, versteht sich von selbst.
Auf den ersten Blick fühlt man sich an Verhandlungen mit den Grünen in den späten 80ern erinnert. Aber könnte hinter diesem Bullshit Kalkül stecken?
Zur notwendigen Schärfung des Profils der SPD ist der Konfrontationskurs durchaus sinnvoll. In der Großen Koalition hat sie als Juniorpartner eine Menge Anhänger verloren. Jetzt, wo sie noch schwächer in eine solche Koalition, die den Namen "Groß" kaum noch verdient, ist die Gefahr noch größer, daß sie wie einst die FDP als nerviger Appendix der Union betrachtet wird, anstatt als natürlicher Gegenpol der Union.
Eine Gefahr liegt in einer schwarz-grünen Koalition, bei der die SPD draußen bleiben würde. Doch ich glaube, daß eine klare Oppositionslinie der SPD wieder mehr Glaubwürdigkeit beim Wähler verschaffen würde. Vor allem wenn es um eine schwarz-grüne Koalition geht, bei der Ärger vorprogrammiert sein dürfte. Die einzige Gemeinsamkeit der Grünen mit der Union dürfte im Bereich der von ausgerechnet der CSU geforderten PKW-Maut liegen. Hinzu kommt noch, daß nach dem Wahlergebnis die Grünen ihre Spitzen wieder gezogen haben. Wenn die nun ihre Hinterbänkler in Ministerpositionen hieven, dann gnade uns Gott!
Damit sind wir bei der zweiten Gefahr, Neuwahlen. Sollten sich Weder Union und SPD, noch Union und Grüne auf eine Koalition einigen, könnten Neuwahlen angesetzt werden. Bei denen prognostiziere ich aber einen Absturz der SPD mit einem nur noch knapp zweistelligen Wahlergebnis. Der Mehrheit der Wähler dürfte klar sein, daß die Weigerung der SPD ein Ablehnen des Wählerwillens ist, denn mit schwarz-grün rechnet kaum jemand. Die harmoniesüchtigen Deutschen werden in der SPD den Spoiler sehen und werden sie dafür abstrafen. Ob es dann zu Protestwahlen, Wählerwanderungen zur FDP oder gar zur Union kommen wird, kann den Sozialdemokraten gleich sein. Ihre regierungstauglichkeit wäre auf mehrere Wahlen in Frage gestellt.
Die Union hingegen verhält sich strategisch einwandfrei. Lieber eine lange Verhandlung, als ein halbgares Ergebnis, heißt es von dort. Das spiegelt Solidität wider. Noch am Wahltag stellt sich Frau Merkel hin und sagt, sie hätte sogar im Falle einer absoluten Mehrheit vermutlich nach einem Koalitionspartner gesucht, um stabile Mehrheiten zu garantieren. Auch wenn mir nichts mehr zuwider ist, als den Literaturverbrecher Brecht zu zitieren, so fällt einem doch dessen Mutter Courage ein:"Wenn i nix bin, bin i solid!"
Man mag sie mögen oder nicht, aber Angela Merkel hat den Wählerwillen verstanden. Sie kann sich gemütlich zurückziehen und in alle Richtungen verhandeln. Sollten die Verhandlungen scheitern, steht sie als Garant für Aufschwung und Solidität da und könnte im Falle von Neuwahlen das erreichen, was ihr politischer Ziehvater in 16 Jahren verfehlt hat, die Absolute Mehrheit der Union im Bundestag.
Wäre dieses Spektakel eine Game-Show, würde ich vorschlagen, beide Parteien ziehen einen Kandidaten ab und verhandeln neu. Mein Vorschlag: Angela Merkel und Andrea Nahles. A man can dream...
Sonntag, 29. September 2013
Samstag, 28. September 2013
US TV-Serien
Zunächst entschuldige ich mich, daß ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber ich bin leider krank und hatte daher nicht wirklich neue Einfälle.
Um wieder ins Schreiben reinzukommen, beginne ich heute mit einer Rezension. TV-Serien sind ein großes Hobby von mir, da ich finde, daß speziell einige der US-Serien mittlerweile besser, weil innovativer sind, als vieles, was uns Hollywood im Kino präsentiert. Aus diesem Grunde möchte ich ein paar Serien vorstellen, die ich schaue und die noch produziert werden. Die Reihenfolge ist dabei zufällig.
1. The Big Bang Theory:
Offensichtlich macht Chuck Lorre nicht genug Geld mit "Two and a half men", so daß er eine neue Serie ins Rennen schickt. Der Plot scheint ursprünglich von der britischen Hit-Serie "The IT Crowd" geklaut zu sein, doch in ihrem inzwischen 7. Jahr mußten sich die Autoren etwas neues einfallen lassen. Plot: neben einer Nerd-WG zieht eine hübsche, blonde Möchtegern-Schauspielerin ein und bringt das Leben der Physiker in ziemliche Unruhe. Die Serie entwickelt sich so weit, daß hinterher eigentlich die Grundprämisse negiert wird, nämlich, daß Nerds keine Frauen bekommen. Inzwischen sind alle männlichen Hauptcharaktere in einer Bezeihung (außer dem armen Raj, der aber zumindest eine on-off-Freundin bekommt). Das Konzept funktioniert nur deswegen noch, weil die nicht minder bizarre Welt der Frauen in Kontrast zu der der Jungs gestellt wird. Jede Menge Sterotypen: Star Wars gegen Schusammeltick etc.
Big Bang Theory ist eine klassische Soap Opera, die auf limitiertem Set gedreht wird. Nette Gags, nichts Kompliziertes, aber eine Menge unüblicher Gaststars. Neben den zu erwartenden StarTrek-Schauspielern tauchen auch Nobelpreisträger und sonstige ernste Physiker auf. Steven Hawking ist fast schon ein fester Cast-Bestandteil.
2. Homeland:
Homeland füllt ein wenig die Leere, die die längst überällige (und nächstes Jahr wohl rückgängig gemachte ) Einstellung von "24" hinterlassen hat. Die aufwendig gestaltete Serie dreht sich um die Abwehr von Terroranschlägen. In der ersten Season kommt ein amerikanischer Marine nach 8 Jahren Gefangenschaft bei einem Terrorfürsten heim. Alle feiern ihn, aber eine Analystin der CIa glaubt, er sei ein Schläfer. Die erste Staffel besticht durch tolle Schauspieler und eine Geschichte, die hin und her geht. Ist Brody ein Terrorist oder wird er zu Unrecht beschuldigt? In der zweiten Staffel ist die Frage jedoch bereits geklärt, wodurch sich die Dynamik der Serie vollständig ändert. Trotzdem bleibt sie spannend, aber für die 3. Staffel, die nächste Woche wohl in den USA anfängt, habe ich starke Befürchtungen.
3. Game of Thrones:
Derzeit wohl die erfolgreichste Serie im Fernsehen. Ich kenne kaum jemanden, der sie nicht mit großer Spannung verfolgt. Es handelt sich um die opulente Verfilmung der Bücher des Fantasy-Autoren George R. R. Martin. Grundsätzlich bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß man eine HBO-Serie blind kaufen kann (auch wenn es da nicht so gute gibt), aber bei "Game of thrones" ging der Sender in die Vollen. Grandiose Landschaftsaufnahmen, prächtige Burgen und Städte, farbenfrohe Rüstungen und Kostüme, allein das ist ein Fest für die Augen und schreit nach der BluRay-Variante beim Einkauf. Davon abgesehen ist es eine untypische Geschichte; untypisch für Fantasy, weil es eine komplexe interne Politik gibt, statt gut gegen Böse, untypisch für Film und Fernsehen, weil man sich nicht darauf verlassen kann, daß ein Hauptdarsteller unsterblich ist. "Game of thrones" hat inzwischen 3 Seasons und ein Nachlassen der Qualität ist nicht in Sicht!
4. Boardwalk Empire
Eine weitere HBO-Produktion mit dem großartigen Steve Busceme in der Hauptrolle. Die Serie erzählt die Geschichte des Politikers/Gangsters Nucky Thompson, der zur Zeit der Prohibition Atlantic City fest in seinem Griff hatte. Es tauchen prominente Gangster der Zeit auf, Politiker etc. Die Geschichte ist solide, die Aufmachung grandios. Sehr farbenfroh, tolle Anzüge, Kleider, Kulissen. Bei der zweiten Staffel ist mir die Geschichte irgendwie unmerklich langweilig geworden, aber in der dritten Staffel nahm die Spannung wieder zu.
5. The Newsroom
Ich bin ein sehr großer Fan des Drehbuchautoren Aaron Sorkin. Dessen Serie "The West Wing" ist für mich immer noch die Referenzklasse für Fernsehserien. Glücklicherweise hat er nun nach langer Pause endlich wieder eine neue Serie am Start. In "The Newsroom" geht es um eine Nachrichtenredaktion. Die interessante Neuerung ist, daß in der Serie reale Nachrichtenevents des Vorjahres aufgegriffen werden und in die Serie eingebaut werden. Obwohl mir eine der Hauptdarstellerinnen tierisch auf den Nerv geht, finde ich die Serie immer noch extrem spannend und unterhaltsam. Die Dialoge sind natürlich über jeden Zweifel erhaben.
6. House of Cards
Ein Remake einer britischen Serie aus den 90ern. Im Origninal geht es um einen skurpellosen Tory-Politiker in der Post-Thatcher-Ära. Sein Aufstieg, die immer größer werdende Amoralität und zuletzt der unausweichliche Fall in einer Gesellschaft, in der nur Macht regiert und der Zweck die Mittel heiligt.
Die US-Version transferiert die Geschichte in das dortige politische System und hat mit Kevin Spacey einen tollen Hauptdarsteller. Die US-Version ist glamouröser als die UK-Version, sie ist detailierter und so gibt es zum Congressman Underwood auch noch die nicht minder rücksichtslose Ehefrau, die einer Wohltätigkeitsorganisation vorsteht. "House of Cards" ist die richtige Serie für Leute, die Spaß an ausgeklügelten Plots und politischen Intrigen haben.
7. Californication
Hank Moody ist ein frustrierter Autor, der versucht die Liebe seines Lebens zu halten, seine Tochter zu erziehen und im Alleingang gute Literatur zu retten. Sein Bestsellerroman "God hates us all" wird in eine romantische Komödie für die Leinwand verwandelt und er bginnt einen Selbsthasstrip. Die ersten 4 Staffeln gehören zum besten, was ich an Serien gesehen habe, in der 5. Staffel sind die Ideen aber endgültig ausgelutscht und entweder es kommt noch was Großes oder man sollte die Serie zur Ruhe betten.
8. The Good Wife
Eine klassische, amerikanische Serie mit typisch amerikanischen Problemen, aber irgendwie doch unterhaltsam. Juliana Margulies spielt eine Ehefrau eines Politikers, der einen Skandal wegen Fremdgehens am Bein hat. Sie steht bei ihrem Mann, wie eine "gute Ehefrau", löst sich aber emotional von ihm und beginnt ihre eigene Karriere als Anwältin. Dort trifft sie auf viel jüngere und hungrigere Konkurrenten, schlägt sich aber mit ihrer Art und ihren Kontakten doch durch. Bald beginnt die 5. Staffel in den USA.
Um wieder ins Schreiben reinzukommen, beginne ich heute mit einer Rezension. TV-Serien sind ein großes Hobby von mir, da ich finde, daß speziell einige der US-Serien mittlerweile besser, weil innovativer sind, als vieles, was uns Hollywood im Kino präsentiert. Aus diesem Grunde möchte ich ein paar Serien vorstellen, die ich schaue und die noch produziert werden. Die Reihenfolge ist dabei zufällig.
1. The Big Bang Theory:
Offensichtlich macht Chuck Lorre nicht genug Geld mit "Two and a half men", so daß er eine neue Serie ins Rennen schickt. Der Plot scheint ursprünglich von der britischen Hit-Serie "The IT Crowd" geklaut zu sein, doch in ihrem inzwischen 7. Jahr mußten sich die Autoren etwas neues einfallen lassen. Plot: neben einer Nerd-WG zieht eine hübsche, blonde Möchtegern-Schauspielerin ein und bringt das Leben der Physiker in ziemliche Unruhe. Die Serie entwickelt sich so weit, daß hinterher eigentlich die Grundprämisse negiert wird, nämlich, daß Nerds keine Frauen bekommen. Inzwischen sind alle männlichen Hauptcharaktere in einer Bezeihung (außer dem armen Raj, der aber zumindest eine on-off-Freundin bekommt). Das Konzept funktioniert nur deswegen noch, weil die nicht minder bizarre Welt der Frauen in Kontrast zu der der Jungs gestellt wird. Jede Menge Sterotypen: Star Wars gegen Schusammeltick etc.
Big Bang Theory ist eine klassische Soap Opera, die auf limitiertem Set gedreht wird. Nette Gags, nichts Kompliziertes, aber eine Menge unüblicher Gaststars. Neben den zu erwartenden StarTrek-Schauspielern tauchen auch Nobelpreisträger und sonstige ernste Physiker auf. Steven Hawking ist fast schon ein fester Cast-Bestandteil.
2. Homeland:
Homeland füllt ein wenig die Leere, die die längst überällige (und nächstes Jahr wohl rückgängig gemachte ) Einstellung von "24" hinterlassen hat. Die aufwendig gestaltete Serie dreht sich um die Abwehr von Terroranschlägen. In der ersten Season kommt ein amerikanischer Marine nach 8 Jahren Gefangenschaft bei einem Terrorfürsten heim. Alle feiern ihn, aber eine Analystin der CIa glaubt, er sei ein Schläfer. Die erste Staffel besticht durch tolle Schauspieler und eine Geschichte, die hin und her geht. Ist Brody ein Terrorist oder wird er zu Unrecht beschuldigt? In der zweiten Staffel ist die Frage jedoch bereits geklärt, wodurch sich die Dynamik der Serie vollständig ändert. Trotzdem bleibt sie spannend, aber für die 3. Staffel, die nächste Woche wohl in den USA anfängt, habe ich starke Befürchtungen.
3. Game of Thrones:
Derzeit wohl die erfolgreichste Serie im Fernsehen. Ich kenne kaum jemanden, der sie nicht mit großer Spannung verfolgt. Es handelt sich um die opulente Verfilmung der Bücher des Fantasy-Autoren George R. R. Martin. Grundsätzlich bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß man eine HBO-Serie blind kaufen kann (auch wenn es da nicht so gute gibt), aber bei "Game of thrones" ging der Sender in die Vollen. Grandiose Landschaftsaufnahmen, prächtige Burgen und Städte, farbenfrohe Rüstungen und Kostüme, allein das ist ein Fest für die Augen und schreit nach der BluRay-Variante beim Einkauf. Davon abgesehen ist es eine untypische Geschichte; untypisch für Fantasy, weil es eine komplexe interne Politik gibt, statt gut gegen Böse, untypisch für Film und Fernsehen, weil man sich nicht darauf verlassen kann, daß ein Hauptdarsteller unsterblich ist. "Game of thrones" hat inzwischen 3 Seasons und ein Nachlassen der Qualität ist nicht in Sicht!
4. Boardwalk Empire
Eine weitere HBO-Produktion mit dem großartigen Steve Busceme in der Hauptrolle. Die Serie erzählt die Geschichte des Politikers/Gangsters Nucky Thompson, der zur Zeit der Prohibition Atlantic City fest in seinem Griff hatte. Es tauchen prominente Gangster der Zeit auf, Politiker etc. Die Geschichte ist solide, die Aufmachung grandios. Sehr farbenfroh, tolle Anzüge, Kleider, Kulissen. Bei der zweiten Staffel ist mir die Geschichte irgendwie unmerklich langweilig geworden, aber in der dritten Staffel nahm die Spannung wieder zu.
5. The Newsroom
Ich bin ein sehr großer Fan des Drehbuchautoren Aaron Sorkin. Dessen Serie "The West Wing" ist für mich immer noch die Referenzklasse für Fernsehserien. Glücklicherweise hat er nun nach langer Pause endlich wieder eine neue Serie am Start. In "The Newsroom" geht es um eine Nachrichtenredaktion. Die interessante Neuerung ist, daß in der Serie reale Nachrichtenevents des Vorjahres aufgegriffen werden und in die Serie eingebaut werden. Obwohl mir eine der Hauptdarstellerinnen tierisch auf den Nerv geht, finde ich die Serie immer noch extrem spannend und unterhaltsam. Die Dialoge sind natürlich über jeden Zweifel erhaben.
6. House of Cards
Ein Remake einer britischen Serie aus den 90ern. Im Origninal geht es um einen skurpellosen Tory-Politiker in der Post-Thatcher-Ära. Sein Aufstieg, die immer größer werdende Amoralität und zuletzt der unausweichliche Fall in einer Gesellschaft, in der nur Macht regiert und der Zweck die Mittel heiligt.
Die US-Version transferiert die Geschichte in das dortige politische System und hat mit Kevin Spacey einen tollen Hauptdarsteller. Die US-Version ist glamouröser als die UK-Version, sie ist detailierter und so gibt es zum Congressman Underwood auch noch die nicht minder rücksichtslose Ehefrau, die einer Wohltätigkeitsorganisation vorsteht. "House of Cards" ist die richtige Serie für Leute, die Spaß an ausgeklügelten Plots und politischen Intrigen haben.
7. Californication
Hank Moody ist ein frustrierter Autor, der versucht die Liebe seines Lebens zu halten, seine Tochter zu erziehen und im Alleingang gute Literatur zu retten. Sein Bestsellerroman "God hates us all" wird in eine romantische Komödie für die Leinwand verwandelt und er bginnt einen Selbsthasstrip. Die ersten 4 Staffeln gehören zum besten, was ich an Serien gesehen habe, in der 5. Staffel sind die Ideen aber endgültig ausgelutscht und entweder es kommt noch was Großes oder man sollte die Serie zur Ruhe betten.
8. The Good Wife
Eine klassische, amerikanische Serie mit typisch amerikanischen Problemen, aber irgendwie doch unterhaltsam. Juliana Margulies spielt eine Ehefrau eines Politikers, der einen Skandal wegen Fremdgehens am Bein hat. Sie steht bei ihrem Mann, wie eine "gute Ehefrau", löst sich aber emotional von ihm und beginnt ihre eigene Karriere als Anwältin. Dort trifft sie auf viel jüngere und hungrigere Konkurrenten, schlägt sich aber mit ihrer Art und ihren Kontakten doch durch. Bald beginnt die 5. Staffel in den USA.
Dienstag, 24. September 2013
Game Time!
Selbst der größte Spielemuffel dürfte in den letzten Tagen mitbekommen haben, dass die Firma Rockstar Games ein neues Kapitel ihrer "Grand theft auto"-Serie veröffentlicht hat. Selbst seriöse Nachrichtenoutlets wie der Spiegel und n-tv haben ausführlich über das teuerste Computerspiel aller Zeiten berichtet, welches nicht nur sagenhafte 265 Mio. Dollar in der Entwicklung gekostet hat, sondern sogar in lediglich drei Verkaufstagen 1 Mrd. Dollar erwirtschaftet hat.
We're not in Kansas anymore! Die Zeiten, in denen man unter Spielzeug Matchboxautos und Steiff-Teddies verstanden hat, sind vorbei. Die Zeiten, in denen Spielzeug etwas für Kinder war, sind spätestens seit meiner verwöhnten Generation vorbei. Die Zeiten, in denen Computerspiele etwas für Nerds waren und Pong hießen gehören auch der Vergangenheit an.
Heute setzt die Computerspielindustrie mehr Geld um, als ihr Partner Hollywood und ihre Produkte sind meiner bescheidenen Ansicht nach auch mutiger und innovativer. Kauft man sich heute ein Spiel wie GTA, erwartet man Unterhaltung auf höchstem Niveau. Das beginnt bei einer Story, geht über Visualisierung weiter, das bedeutet Action und das bedeutet Profis bis hin zu Stars. Bereits in den Vorgängerspielen von GTA V liehen Stars wie Axl Rose, George Clinton, Chuck D. von Public Enemy oder auch Karl Lagerfeld dem Spiel ihre Stimmen. In einem anderen Blockbusterspiel, der Mass Effect Trilogie spielten unter anderem Martin Sheen und Seth Green mit.
Video Games sind Big Business und mehr, als nur ein Zubrot für Voice-Over-Künstler.
Ist aber der Hype um den neuesten Kassenschlager berechtigt? Ist er wirklich so faszinierend, wie uns die Medien glauben machen?
Nun zuerst will ich auf die USK-Freigabe, bzw. die fehlende Freigabe eingehen. Das Spiel ist ab 18 freigegeben und das völlig zurecht! Die Bundesprüfstelle und die USK machen sich regelmäßig lächerlich mit ihren Einstufungen und Indizierungen, die dann Jahre später voll Unverständnis in den eigenen Reihen zurückgenommen werden. Es ist die Überreaktion der Verständnislosen, denn bis heute hat niemand den Zusammenhang zwischen Gewalt in Videospielen und realer Gewalt bewiesen. Viele meiner Freunde haben im Alter von 12 bereits indizierte Spiele gespielt und sind heute samt und sonders Stützen unserer Gesellschaft und die Tatsache, daß man auf dem Rechner eines jeden Amokläufers Spiele wie Counterstrike, Quake oder ähnliches findet, liegt daran, weil diese Spiele auf so ziemlich jedem Privatrechner (und einer Menge Firmenrechner!) vertreten sind.
Doch die GTA-Reihe ist anders. Es ist nicht die exzessive Gewalt, die das Spiel zu einer Gefahr für leicht beeinflußbare Menschen macht, es ist die hohe Detailtreue sowohl in Darstellung, als auch in der Story. Ich verstehe die Gewalt, die Frauenfeindlichkeit als Überzeichnung der Realität und als eine Art Satire, aber die immer erfolgreicher werdenden Spielcharaktere, die sich vom Straßengangster zum Großkapitalisten entwickeln laden zur Glorifizierung gradezu ein. '
Die gesamte Welt von GTA ist amoralisch. Es ist völlig normal, daß man, wenn man ein Verkehrsmittel braucht, man es stielt oder gar raubt. Man stellt sich in die Mitte der Straße nud wenn ein Auto anhält, prügelt der eigene Avatar den Fahrer aus dem Wagen und setzt sich selbst ans Steuer. Frauen in diesem Spiel sind psychotisch und käuflich. Das ist ganz normal. Es werden die Kopfschüsse in einer Statistik geführt, genauso wie die sonstigen Tötungen. Man überfällt Banken, Züge, Juweliere oder verprügelt Passanten für die sprichwörtliche Hand voll Dollar. All das scheint normal.
Doch die gleichen Elemente, die das Spiel moralisch fragwürdig machen, sind die Elemente, die den Reiz ausmachen. Die einzelnen Straftaten sind mit einer glaubwürdigen Story verbunden und sind in ihrem Kontext schlüssig, teilweise wirken sie sogar zwingend. Der reife Charakter stellt sich schon mal die Frage, ob er sich in dem einen oder anderen Charakter nicht doch wiederfindet.
In der neuesten Ausgabe geht es wieder, wie in der vorletzten Ausgabe nach Kalifornien, das im Spiel "San Andreas" heißt. Obwohl der Umfang der Karte von GTA V so groß ist, daß sie den Karten der beiden Vorgängerspiele plus dre Karte des Westernspiels "Red Dead Redemption" entspricht, spielt GTA V ausschließlich in Los Angeles - welches hier "Los Santos" heißt. Das mag eine Enttäuschung für viele alte Fans sein, denn in GTA San Andreas waren mit Los Santos (LA), San Fierro (San Francisco), der Country-side und Las Venturas (Las Vegas) gleich vier Städte am Start. Doch das neue, aufgemotzte Los Santos dürfte Kritiker sehr schnell überzeugen. Im Vergleich zu den Vorgängerspielen scheint es auch keine erst nach und nach freigegebenen Spielorte zu geben, sondern man kann sich direkt auf der ganzen Karte austoben. Das macht das Spiel für mich unübersichtlicher, komplizierter.
Aber es gibt wieder eine größere Auswahl an Verkehrsmitteln. Natürlich findet man zeitgenössische Autos - ebenfalls unter falschem Namen - wieder, genauso gibt es wieder Motorräder, aber eben auch wieder Fahrräder, Hubschrauber, (Kampf-)Flugzeuge und sogar Jetskis. Die Grafik ist atemberaubend und es ist keine Übertreibung, daß die im Winter abgelöste Konsolengeneration mit diesem Spiel an ihre Leistungsgrenzen gebracht wurden.
Die Story ist wieder köstlich, jedoch zum ersten Mal gibt es nicht nur einen Protagonisten, den der Spieler steuert, sondern gleich drei. Wir haben Michael, den Mittvierziger Berufskriminellen, der sich in einer Villa zur Ruhe gesetzt hat und seinen Frust über seine mißratene Familie bei seinem Psychiater loswird, Franklin, den Gangbanger, der eigentlich aus dem Millieu aussteigen will, aber trotzdem vor professionell organisierter Kriminalität nicht zurückschreckt und Trevor, ein ehemaliges Mitglied von Michaels Gang. Er ist ein psychopathischer, Meth-Kocher und Junkie, der zu extremer Gewalt neigt. Die Pfade der drei werden vom Spiel miteinander verwoben und der Spieler kann und muss jeden Charakter eine zeitlang spielen.
Der Ablauf ist wieder typich GTA: Da wird mit Vorurteilen und Klischees nur so um sich geworfen, die aber so dick aufgetragen sind, daß es jedem Erwachsenen klar ist, daß man sich über diese Klischees lustig macht. Es gibt wieder die liebevollen Details, wie die Radiosender, deren Nachrichtensendungen immer wieder auch von den Aktionen berichten, die unser Charakter selbst angerichtet hat. Ansonsten gibt es bekannte Hits und lustige Anekdoten. Zu Beginn ist man echt überfordert, mit der Vielzahl von Eindrücken, die auf einen einprasseln. Verfolgungsjagden oder Autorennen durch die Rush-hour einer mit viel Liebe zum Detail getalteten Stadt, hin und wieder schießt jemand auf unseren Charakter, dann muß man noch der Poliezi ausweichen und nebenbei dudelt ein Sprecher im Radio. Wenn man genau hinhört, und der englischen Sprache mächtig ist, lacht man sich schief.
Nebenbei gibt es auch wieder einige Spiele im Spiel, so kann man Tennis oder Golf spielen, wenn man sich von den Strapazen des Killens erholen möchte.
Lange Rede kurzer Sinn: das Spiel ist ein echter Hit und der Hype ist ausnahmsweise mal vollends berechtigt. Es ist wieder eine Menge Kritik an der eigenen Industrie vorhanden, so zum Beispiel Radiowerbung für ein fiktives, noch realistischeres Kriegsspiel, Die Datensammelwut von Google bekommt genauso ihr Fett weg wie Zuckerberg und der verstorbene Steve Jobs.
Gamern, die nicht zimperlich sind und einen düsteren Sinn für Humor haben, sei dieses Spiel wärmstens ans Herz gelegt. Es sind wieder Wochen, wenn nicht Monate Spielspaß, man bekommt also eine Menge für sein Geld.
Und weil ich letzte Nacht kein Auge zugetan habe, weil ich nach der Arbeit meinen Controller nicht aus der Hand legen konnte, beende ich an dieser Stelle meine Kritik.
Gute Nacht!
We're not in Kansas anymore! Die Zeiten, in denen man unter Spielzeug Matchboxautos und Steiff-Teddies verstanden hat, sind vorbei. Die Zeiten, in denen Spielzeug etwas für Kinder war, sind spätestens seit meiner verwöhnten Generation vorbei. Die Zeiten, in denen Computerspiele etwas für Nerds waren und Pong hießen gehören auch der Vergangenheit an.
Heute setzt die Computerspielindustrie mehr Geld um, als ihr Partner Hollywood und ihre Produkte sind meiner bescheidenen Ansicht nach auch mutiger und innovativer. Kauft man sich heute ein Spiel wie GTA, erwartet man Unterhaltung auf höchstem Niveau. Das beginnt bei einer Story, geht über Visualisierung weiter, das bedeutet Action und das bedeutet Profis bis hin zu Stars. Bereits in den Vorgängerspielen von GTA V liehen Stars wie Axl Rose, George Clinton, Chuck D. von Public Enemy oder auch Karl Lagerfeld dem Spiel ihre Stimmen. In einem anderen Blockbusterspiel, der Mass Effect Trilogie spielten unter anderem Martin Sheen und Seth Green mit.
Video Games sind Big Business und mehr, als nur ein Zubrot für Voice-Over-Künstler.
Ist aber der Hype um den neuesten Kassenschlager berechtigt? Ist er wirklich so faszinierend, wie uns die Medien glauben machen?
Nun zuerst will ich auf die USK-Freigabe, bzw. die fehlende Freigabe eingehen. Das Spiel ist ab 18 freigegeben und das völlig zurecht! Die Bundesprüfstelle und die USK machen sich regelmäßig lächerlich mit ihren Einstufungen und Indizierungen, die dann Jahre später voll Unverständnis in den eigenen Reihen zurückgenommen werden. Es ist die Überreaktion der Verständnislosen, denn bis heute hat niemand den Zusammenhang zwischen Gewalt in Videospielen und realer Gewalt bewiesen. Viele meiner Freunde haben im Alter von 12 bereits indizierte Spiele gespielt und sind heute samt und sonders Stützen unserer Gesellschaft und die Tatsache, daß man auf dem Rechner eines jeden Amokläufers Spiele wie Counterstrike, Quake oder ähnliches findet, liegt daran, weil diese Spiele auf so ziemlich jedem Privatrechner (und einer Menge Firmenrechner!) vertreten sind.
Doch die GTA-Reihe ist anders. Es ist nicht die exzessive Gewalt, die das Spiel zu einer Gefahr für leicht beeinflußbare Menschen macht, es ist die hohe Detailtreue sowohl in Darstellung, als auch in der Story. Ich verstehe die Gewalt, die Frauenfeindlichkeit als Überzeichnung der Realität und als eine Art Satire, aber die immer erfolgreicher werdenden Spielcharaktere, die sich vom Straßengangster zum Großkapitalisten entwickeln laden zur Glorifizierung gradezu ein. '
Die gesamte Welt von GTA ist amoralisch. Es ist völlig normal, daß man, wenn man ein Verkehrsmittel braucht, man es stielt oder gar raubt. Man stellt sich in die Mitte der Straße nud wenn ein Auto anhält, prügelt der eigene Avatar den Fahrer aus dem Wagen und setzt sich selbst ans Steuer. Frauen in diesem Spiel sind psychotisch und käuflich. Das ist ganz normal. Es werden die Kopfschüsse in einer Statistik geführt, genauso wie die sonstigen Tötungen. Man überfällt Banken, Züge, Juweliere oder verprügelt Passanten für die sprichwörtliche Hand voll Dollar. All das scheint normal.
Doch die gleichen Elemente, die das Spiel moralisch fragwürdig machen, sind die Elemente, die den Reiz ausmachen. Die einzelnen Straftaten sind mit einer glaubwürdigen Story verbunden und sind in ihrem Kontext schlüssig, teilweise wirken sie sogar zwingend. Der reife Charakter stellt sich schon mal die Frage, ob er sich in dem einen oder anderen Charakter nicht doch wiederfindet.
In der neuesten Ausgabe geht es wieder, wie in der vorletzten Ausgabe nach Kalifornien, das im Spiel "San Andreas" heißt. Obwohl der Umfang der Karte von GTA V so groß ist, daß sie den Karten der beiden Vorgängerspiele plus dre Karte des Westernspiels "Red Dead Redemption" entspricht, spielt GTA V ausschließlich in Los Angeles - welches hier "Los Santos" heißt. Das mag eine Enttäuschung für viele alte Fans sein, denn in GTA San Andreas waren mit Los Santos (LA), San Fierro (San Francisco), der Country-side und Las Venturas (Las Vegas) gleich vier Städte am Start. Doch das neue, aufgemotzte Los Santos dürfte Kritiker sehr schnell überzeugen. Im Vergleich zu den Vorgängerspielen scheint es auch keine erst nach und nach freigegebenen Spielorte zu geben, sondern man kann sich direkt auf der ganzen Karte austoben. Das macht das Spiel für mich unübersichtlicher, komplizierter.
Aber es gibt wieder eine größere Auswahl an Verkehrsmitteln. Natürlich findet man zeitgenössische Autos - ebenfalls unter falschem Namen - wieder, genauso gibt es wieder Motorräder, aber eben auch wieder Fahrräder, Hubschrauber, (Kampf-)Flugzeuge und sogar Jetskis. Die Grafik ist atemberaubend und es ist keine Übertreibung, daß die im Winter abgelöste Konsolengeneration mit diesem Spiel an ihre Leistungsgrenzen gebracht wurden.
Die Story ist wieder köstlich, jedoch zum ersten Mal gibt es nicht nur einen Protagonisten, den der Spieler steuert, sondern gleich drei. Wir haben Michael, den Mittvierziger Berufskriminellen, der sich in einer Villa zur Ruhe gesetzt hat und seinen Frust über seine mißratene Familie bei seinem Psychiater loswird, Franklin, den Gangbanger, der eigentlich aus dem Millieu aussteigen will, aber trotzdem vor professionell organisierter Kriminalität nicht zurückschreckt und Trevor, ein ehemaliges Mitglied von Michaels Gang. Er ist ein psychopathischer, Meth-Kocher und Junkie, der zu extremer Gewalt neigt. Die Pfade der drei werden vom Spiel miteinander verwoben und der Spieler kann und muss jeden Charakter eine zeitlang spielen.
Der Ablauf ist wieder typich GTA: Da wird mit Vorurteilen und Klischees nur so um sich geworfen, die aber so dick aufgetragen sind, daß es jedem Erwachsenen klar ist, daß man sich über diese Klischees lustig macht. Es gibt wieder die liebevollen Details, wie die Radiosender, deren Nachrichtensendungen immer wieder auch von den Aktionen berichten, die unser Charakter selbst angerichtet hat. Ansonsten gibt es bekannte Hits und lustige Anekdoten. Zu Beginn ist man echt überfordert, mit der Vielzahl von Eindrücken, die auf einen einprasseln. Verfolgungsjagden oder Autorennen durch die Rush-hour einer mit viel Liebe zum Detail getalteten Stadt, hin und wieder schießt jemand auf unseren Charakter, dann muß man noch der Poliezi ausweichen und nebenbei dudelt ein Sprecher im Radio. Wenn man genau hinhört, und der englischen Sprache mächtig ist, lacht man sich schief.
Nebenbei gibt es auch wieder einige Spiele im Spiel, so kann man Tennis oder Golf spielen, wenn man sich von den Strapazen des Killens erholen möchte.
Lange Rede kurzer Sinn: das Spiel ist ein echter Hit und der Hype ist ausnahmsweise mal vollends berechtigt. Es ist wieder eine Menge Kritik an der eigenen Industrie vorhanden, so zum Beispiel Radiowerbung für ein fiktives, noch realistischeres Kriegsspiel, Die Datensammelwut von Google bekommt genauso ihr Fett weg wie Zuckerberg und der verstorbene Steve Jobs.
Gamern, die nicht zimperlich sind und einen düsteren Sinn für Humor haben, sei dieses Spiel wärmstens ans Herz gelegt. Es sind wieder Wochen, wenn nicht Monate Spielspaß, man bekommt also eine Menge für sein Geld.
Und weil ich letzte Nacht kein Auge zugetan habe, weil ich nach der Arbeit meinen Controller nicht aus der Hand legen konnte, beende ich an dieser Stelle meine Kritik.
Gute Nacht!
Sonntag, 22. September 2013
Die Wahl
Die Medien hatten uns noch gestern eine spannende Wahl versprochen, bei der es knapp zugehen werde. Nun ist die Wahl gelaufen und das einzige, was knapp war, war ob die CDU die absolute Mehrheit bekommt und ob die FDP (bzw. AfD) in den Bundestag rutschen würden.
Die Wahlsiegerin hingegen war 5 Minuten nach dem Schließen der Wahllokale bereits bekannt.
Da frage ich mich natürlich, ob uns die Medien verarschen oder ob sie keine Rohdaten mehr lesen können, denn eigentlich müßte die Tendenz gestern bereits bei den großen Medienvertretern bekannt gewesen sein. Aber das soll nicht mein Thema sein.
Die Wahl hat mich in gewisser Weise geschockt. Dass eine so skandadurchrüttelte Regierung so deutlich wiedergewählt wurde, hat mich sehr überrascht. Ich habe nicht mit Merkels Abwahl gerechnet, aber ich habe mit einem weiteren Dämpfer gerechnet. Eine so positionslose Regierung scheint also nach dem Geschmack der Mehrheit der Deutschen zu sein. Nicht bewegen und so lange die Wirtschaft mitspielt, ist es alles die Regierung schuld und wir wählen sie wieder.
Die Union ist mit über 40% wieder bei alter Stärke, während die SPD immer noch unter den unpopulären Entscheidungen des Kanzlers Schröder und der Demagogie der Herren Lafontaine und Gysi leidet.
Die gute Nachricht des Tages war für mich, daß endlich mein Hass-Politiker #1 seinen Ministerposten räumen muß. Ein herzliches "fahr zur Hölle, Guido Westerwelle!" von dieser Stelle aus. Einen unfähigeren Außenminister habe ich in meiner Lebenszeit noch nicht erlebt.
Aber damit sind wir schon bei meinem ersten Analysepunkt: Die FDP hat zum ersten Mal den Einzug in den Bundestag verpaßt. Ich habe es ihnen gegönnt, aber ein wirklich liberales Element wird dem Bundestag (weiterhin?) fehlen. Es ist kein Wunder, daß die Partei im Würgegriff von Westerwelle und seinen neoliberalen Konsorten den Bach runtergegangen ist. Dem Hartz IV-Empfänger Faulheit vorwerfen, gegen Subventionen wettern, aber gleichzeitig Steuererleichterungen für Hoteliers fordern und die Pfründe der Anwaltschaft und der Apotheker sichern. So geht's freilich nicht! Wenn die FDP sich dazu entscheidet, die Partei der oberen 2% zu sein, dann braucht sie sich nicht zu wundern, wenn sie selbst mit dem "Dumme-Wähler-Bonus" nicht über die 5% kommt.
Dabei bräuchten wir ein liberales Element so dringend! Jemand, der gegen die Überwachung durch das In- und Ausland spricht, die Gegenposition zu Law-and-order-Knochen, wie mir. Doch da wurde die FDP nicht gehört. Wo war Frau Leuthäuser-Schnarrenberger die letzten Monate? Wahlkampfurlaub? Der Lichtblick ist, daß wenn jetzt die Parteiführung geschlossen abtritt, Raum für ein Wiedererstarken der Partei mit anderem Focus möglich ist. Wünschenswert wäre es.
Die Piraten wiederum haben kein Problem,sich für eine freie Gesellschaft einzusetzen. Freiheit des Netzes, Freiheit vor Abmahnungen, Freiheit und Grenzenlosigkeit in einem Raum, den die Kanzlerin per Dekret zum "Neuland" erklärt hat. Ein Hohn für viele technikaffine Menschen, wie sie oft bei den Piraten anzutreffen sind. Doch leider wird hier der Bundestag und nicht der "Netztag" gewählt. Viele Bürger verstehen gar nicht, worüber sich diese "Nerds" so sehr beschweren. Und als Ein-Themen-Partei ist auf nationaler Ebene eben nichts zu holen. die Anfänge der Piraten erinnern mich an die Anfänge der Grünen als wild gemusterter Debattierclub, der sich nur darin einig war, Atomkraft abzuschalten, die Bundswehr abzuschaffen und irgendwie demokratischer zu sein. Nun, die Grünen sind erwachsen geworden.
Sie haben es auch wieder in den Bundestag geschafft. Dorthin, wo sie hingehören: in die Opposition, denn im Kritisieren sind sie einfach besser, als im Gestalten. Wer daran Zweifel hat, sollte sich mal beliebige 5 Minuten aus deren Bundesparteitagen ansehen. Die Grünen haben ihre Magie längst verloren. Jene Aura, die ihnen so viele Sympathisanten und meinen grenzenlosen Hass eingebracht hat, ist verloren. Heute kann ich ihnen in ein paar wenigen Dingen zustimmen und die Fundamentalisten an ihrer eigenen Basis raufen sich die Haare. Willkommen im Establishment! Das hätte ich schon angesichts ihrer Regierungsbeteiligung sagen sollen, aber da war ich damit beschäftigt, meine Koffer zu packen, um aus diesem Land abzuhauen.
Die AfD wiederum macht mir Sorgen. Einzige Programmpunkte:"Raus aus dem Euro und kein Geld nach Griechenland!" Darüber könnten sie sich auch mit der NPD einigen, die ein paar erschreckend bürgerlich wirkende Wahlspots zu dieser Wahl aufgenommen hat. die AfD jedoch, mit dem Mäntelchen der Biederkeit kommt mit diesen Statements durch und schafft fast noch den Einzug ins Parlament! Es ist die reine Ausnutzung der Angst der Menschen, die komplexe Zusammenhänge einfach nicht verstehen. Es ist nun einmal einfach zu sagen:"Wir haben keine vernünftige Bildung mehr hier, schicken aber gleichzeitig zig Milliarden Euro ins Ausland" Daß dieses Ausland unsere Produkte kauft und daß wir derzeit Geld dafür bekommen, uns Geld zu leihen und wir in die Liquidität unserer größten Kunden investieren, das ist zu schwer zu bedenken.
Die Linke hat sich etabliert, man kann nicht mehr sagen, es sei die Opposition zur Massenarbeitslosigkeit und eine Reaktion der Menschen auf Armutsängste. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig und die Mauerbauer kommen immer noch über 8%. Ein Problem für die SPD, die ihre Basis mehr und mehr verliert.
Doch was kommt als nächstes auf die Regierungsbank? Es sieht ja nicht so aus, als würde die Union die absolute Mehrheit schaffen. Eine neue Große Koalition? Ich fänd das furchtbar und es wäre der Todesstoß für die traditionellen Volksparteien (vor allem die SPD), denn es würde den Eindruck unterstreichen, daß es eh egal sei, ob man CDU oder SPD wählte. Ich glaube auch, daß eine Große Koalition die Politikverdrossenheit weiter anstachelt. Speziell wenn die Alternativprogramme vom Schlage der Piraten unwählbar werden, wenn die FDP verschwindet und eine Opposition aus Linkspartei und Grünen besteht. Vielleicht kommen weitere Sparten- und Spaßparteien dabei raus. Was soll ich von einer höheren Wahlbeteiligung halten, wenn die neuen Stimmen in Organisationen wie "Die Partei" gehen? Spaßgesellschaft 2.0?
Schwarz-grün wäre im Sinne einer wirksamen Profilschärfung der SPD die bessere Variante, nur daran dürften weder Grüne, noch CDU interessiert sein. Auch sehe ich ehrlich gesagt nicht so viele Anknüpfungspunkte zwischen den Grünen und der Union.
Wirklich Sorgen macht mir allerdings die Stimmverteilung im Ganzen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind 15,7% der gültigen Stimmen insoweit wertlos geworden, daß sie sich nicht im Bundestag widerspiegeln. Das kann Protestpotential gegen das System an sich sein, gegen die etablierten Parteien, aber das bedeutet auch, daß von den aktiven Wählern über 15% mit plattgedrückter Nase an der Scheibe draußen bleiben müssen und das stellt dann schon mal die Legitimation des Parlaments zumindest ansatzweise in Frage.
Insofern schaue ich in die Zukunft und frage mich, was kommen wird. Wer wird der Partner der Union und was wird das neue Zweckbündnis für die politische Kultur in Deutschland bedeuten? Die erste Antwort wird morgen hoffentlich der DAX bringen, auch wenn Analysten gestern meinten, die Wahl würde keinen großen Einfluß auf den Index haben.
Die Wahlsiegerin hingegen war 5 Minuten nach dem Schließen der Wahllokale bereits bekannt.
Da frage ich mich natürlich, ob uns die Medien verarschen oder ob sie keine Rohdaten mehr lesen können, denn eigentlich müßte die Tendenz gestern bereits bei den großen Medienvertretern bekannt gewesen sein. Aber das soll nicht mein Thema sein.
Die Wahl hat mich in gewisser Weise geschockt. Dass eine so skandadurchrüttelte Regierung so deutlich wiedergewählt wurde, hat mich sehr überrascht. Ich habe nicht mit Merkels Abwahl gerechnet, aber ich habe mit einem weiteren Dämpfer gerechnet. Eine so positionslose Regierung scheint also nach dem Geschmack der Mehrheit der Deutschen zu sein. Nicht bewegen und so lange die Wirtschaft mitspielt, ist es alles die Regierung schuld und wir wählen sie wieder.
Die Union ist mit über 40% wieder bei alter Stärke, während die SPD immer noch unter den unpopulären Entscheidungen des Kanzlers Schröder und der Demagogie der Herren Lafontaine und Gysi leidet.
Die gute Nachricht des Tages war für mich, daß endlich mein Hass-Politiker #1 seinen Ministerposten räumen muß. Ein herzliches "fahr zur Hölle, Guido Westerwelle!" von dieser Stelle aus. Einen unfähigeren Außenminister habe ich in meiner Lebenszeit noch nicht erlebt.
Aber damit sind wir schon bei meinem ersten Analysepunkt: Die FDP hat zum ersten Mal den Einzug in den Bundestag verpaßt. Ich habe es ihnen gegönnt, aber ein wirklich liberales Element wird dem Bundestag (weiterhin?) fehlen. Es ist kein Wunder, daß die Partei im Würgegriff von Westerwelle und seinen neoliberalen Konsorten den Bach runtergegangen ist. Dem Hartz IV-Empfänger Faulheit vorwerfen, gegen Subventionen wettern, aber gleichzeitig Steuererleichterungen für Hoteliers fordern und die Pfründe der Anwaltschaft und der Apotheker sichern. So geht's freilich nicht! Wenn die FDP sich dazu entscheidet, die Partei der oberen 2% zu sein, dann braucht sie sich nicht zu wundern, wenn sie selbst mit dem "Dumme-Wähler-Bonus" nicht über die 5% kommt.
Dabei bräuchten wir ein liberales Element so dringend! Jemand, der gegen die Überwachung durch das In- und Ausland spricht, die Gegenposition zu Law-and-order-Knochen, wie mir. Doch da wurde die FDP nicht gehört. Wo war Frau Leuthäuser-Schnarrenberger die letzten Monate? Wahlkampfurlaub? Der Lichtblick ist, daß wenn jetzt die Parteiführung geschlossen abtritt, Raum für ein Wiedererstarken der Partei mit anderem Focus möglich ist. Wünschenswert wäre es.
Die Piraten wiederum haben kein Problem,sich für eine freie Gesellschaft einzusetzen. Freiheit des Netzes, Freiheit vor Abmahnungen, Freiheit und Grenzenlosigkeit in einem Raum, den die Kanzlerin per Dekret zum "Neuland" erklärt hat. Ein Hohn für viele technikaffine Menschen, wie sie oft bei den Piraten anzutreffen sind. Doch leider wird hier der Bundestag und nicht der "Netztag" gewählt. Viele Bürger verstehen gar nicht, worüber sich diese "Nerds" so sehr beschweren. Und als Ein-Themen-Partei ist auf nationaler Ebene eben nichts zu holen. die Anfänge der Piraten erinnern mich an die Anfänge der Grünen als wild gemusterter Debattierclub, der sich nur darin einig war, Atomkraft abzuschalten, die Bundswehr abzuschaffen und irgendwie demokratischer zu sein. Nun, die Grünen sind erwachsen geworden.
Sie haben es auch wieder in den Bundestag geschafft. Dorthin, wo sie hingehören: in die Opposition, denn im Kritisieren sind sie einfach besser, als im Gestalten. Wer daran Zweifel hat, sollte sich mal beliebige 5 Minuten aus deren Bundesparteitagen ansehen. Die Grünen haben ihre Magie längst verloren. Jene Aura, die ihnen so viele Sympathisanten und meinen grenzenlosen Hass eingebracht hat, ist verloren. Heute kann ich ihnen in ein paar wenigen Dingen zustimmen und die Fundamentalisten an ihrer eigenen Basis raufen sich die Haare. Willkommen im Establishment! Das hätte ich schon angesichts ihrer Regierungsbeteiligung sagen sollen, aber da war ich damit beschäftigt, meine Koffer zu packen, um aus diesem Land abzuhauen.
Die AfD wiederum macht mir Sorgen. Einzige Programmpunkte:"Raus aus dem Euro und kein Geld nach Griechenland!" Darüber könnten sie sich auch mit der NPD einigen, die ein paar erschreckend bürgerlich wirkende Wahlspots zu dieser Wahl aufgenommen hat. die AfD jedoch, mit dem Mäntelchen der Biederkeit kommt mit diesen Statements durch und schafft fast noch den Einzug ins Parlament! Es ist die reine Ausnutzung der Angst der Menschen, die komplexe Zusammenhänge einfach nicht verstehen. Es ist nun einmal einfach zu sagen:"Wir haben keine vernünftige Bildung mehr hier, schicken aber gleichzeitig zig Milliarden Euro ins Ausland" Daß dieses Ausland unsere Produkte kauft und daß wir derzeit Geld dafür bekommen, uns Geld zu leihen und wir in die Liquidität unserer größten Kunden investieren, das ist zu schwer zu bedenken.
Die Linke hat sich etabliert, man kann nicht mehr sagen, es sei die Opposition zur Massenarbeitslosigkeit und eine Reaktion der Menschen auf Armutsängste. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig und die Mauerbauer kommen immer noch über 8%. Ein Problem für die SPD, die ihre Basis mehr und mehr verliert.
Doch was kommt als nächstes auf die Regierungsbank? Es sieht ja nicht so aus, als würde die Union die absolute Mehrheit schaffen. Eine neue Große Koalition? Ich fänd das furchtbar und es wäre der Todesstoß für die traditionellen Volksparteien (vor allem die SPD), denn es würde den Eindruck unterstreichen, daß es eh egal sei, ob man CDU oder SPD wählte. Ich glaube auch, daß eine Große Koalition die Politikverdrossenheit weiter anstachelt. Speziell wenn die Alternativprogramme vom Schlage der Piraten unwählbar werden, wenn die FDP verschwindet und eine Opposition aus Linkspartei und Grünen besteht. Vielleicht kommen weitere Sparten- und Spaßparteien dabei raus. Was soll ich von einer höheren Wahlbeteiligung halten, wenn die neuen Stimmen in Organisationen wie "Die Partei" gehen? Spaßgesellschaft 2.0?
Schwarz-grün wäre im Sinne einer wirksamen Profilschärfung der SPD die bessere Variante, nur daran dürften weder Grüne, noch CDU interessiert sein. Auch sehe ich ehrlich gesagt nicht so viele Anknüpfungspunkte zwischen den Grünen und der Union.
Wirklich Sorgen macht mir allerdings die Stimmverteilung im Ganzen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind 15,7% der gültigen Stimmen insoweit wertlos geworden, daß sie sich nicht im Bundestag widerspiegeln. Das kann Protestpotential gegen das System an sich sein, gegen die etablierten Parteien, aber das bedeutet auch, daß von den aktiven Wählern über 15% mit plattgedrückter Nase an der Scheibe draußen bleiben müssen und das stellt dann schon mal die Legitimation des Parlaments zumindest ansatzweise in Frage.
Insofern schaue ich in die Zukunft und frage mich, was kommen wird. Wer wird der Partner der Union und was wird das neue Zweckbündnis für die politische Kultur in Deutschland bedeuten? Die erste Antwort wird morgen hoffentlich der DAX bringen, auch wenn Analysten gestern meinten, die Wahl würde keinen großen Einfluß auf den Index haben.
Freitag, 20. September 2013
Werbung!
Da habe ich mir gestern Nacht diesen Block reserviert, um ein Reservoir für die Scheiße in meinem Kopf zu haben und hatte mich richtig auf heute abend gefreut! 8 Stunden Dienst, nervige Kunden, Besoffene in der U-Bahn etc. und dann gemütlich nach Hause kommen, und mir den ganzen Frust von der Seele zu schreiben. Wie unerträglich Berliner sind, daß die Menschen immer dümmer werden und meine Theorie, daß wir uns in 10 Jahren nur noch mit Grunzlauten verständigen, weil kaum noch jemand zu einem graden Satz fähig ist.
UND DANN SOWAS!
Die Kunden waren heute fast alle nett, die meisten waren der deutschen Sprache mächtig und haben mir ein schönes Wochenende gewünscht. Kinder, so kann ich nicht arbeiten! Wo sollen denn da meine Vorurteile herkommen?
Wenigstens scheint auf die KVB (Kölner Verkehrsbetriebe) Verlaß zu sein. Grade die Bahn verpaßt, aber die American Sportsbar hat noch auf. Ich bestelle mir also einen Hamburger, der mein Leben garantiert mehr verkürzt, als eine Stange Roth Händle ohne Filter und schaue dabei auf einen Flachbildschirm und sehe mir eine Halbzeit eines Fußballspiels an. Ein völlig neues Gefühl steigt in mir auf. Ich bin mir nicht ganz sicher, was es ist, aber ich höre meinen Puls nicht mehr in meinem Ohr pochen, habe keine Sehnsucht, jemanden anzuschreien und der Atem geht ruhig und gleichmmäßig. Mal meinen Arzt bei Gelegenheit befragen, ob das gefährlich ist.
Richtig Sorgen mache ich mir, als ich peinlich berührt bin, weil ein FC-Fan dem einzigen Borussia Mönchengladbach-Fan den Blick auf den Monitor versperrt und ihn provoziert. Glücklicherweise hört er bald auf, noch bevor ich sagen konnte:"Hey ist doch mutig, offen als Gladbach-Fan in Köln rumzulaufen!" Immer noch ruhiger Puls. Was ist nur los?
Mein Essen kommt. Neugierig untersuche ich den Burger. Gegrilltes Rindfleisch, gebratene Zwiebeln, Speck und sogar ein Spiegelei. Irgendwo versteckt sich eine Alibi-Tomatenscheibe in dem Gewirr. So muß das sein! Urzeitlich, unkultiviert. Während ich mir überlege, welche Prachtbauten ich mit dem ganzen Cholesterin in meinen Kapllargefäßen bauen werde, lächelt mich die sehr hübsche, blonde Kellerin in der unvorteilhaften Football-Schiedsrichtermontur an und fragt mich sogar noch devoter, als gute Kellner das zu tun pflegen, ob denn bei mir alles in Ordnung sei. Meine Mundwinkel entfernen sich ungewohnterweise voneinander und ich erwidere ein fröhliches "alles Bestens". Kurzer Blick auf den Monitor und Selbstcheck: Es gibt kaum etwas, das mich so wenig interessiert, wie ein Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Braunschweig, aber dieses fehlende Gefühl schmerzlicher Muskelanspannung läßt mich tatsächlich einfach das Spiel genießen. Ich freue mich sogar etwas für den Mönchengladbacher, dessen Freude bei jedem Tor so echt ist. Ich muß echt zum Arzt!
Doch damit nicht genug, aus dem Kneipenraum drigt Princes "Raspberry Beret" an mein Ohr und ich pfeife leise und fröhlich mit. Meine Gedanken schweifen um den Text und ich überlege mir, ob Sex im Pferdestall wirklich etwas ist, ws ich mit meinem Heuschnupfen ausprobieren sollte. Im Lied klingt es nach Spaß. Pferdeäpfel, pieksende Heuhalme, nichts vermag meine Laune zu trüben. Es ist gradezu unheimlich.
Ich denke an meinen Block. Naja, vielleicht bin ich morgen ja wieder der Alte und habe eine tolle Idee. Ich muß ja nicht jeden Tag was schreiben. Liest eh keiner.
Während ich auf die Rechnung warte, stöbere ich in meinem Ei-Fohn auf Fratzenbuch und traue meinen Augen nicht. Tirza macht bei wildfremden Menschen Werbung für meinen Blog! Dabei habe ich doch noch gar nichts intelligentes geschrieben und witzig war ich auch nicht. Was sollen die 'Leit' bloß von mir denge? Das wird weiter unten klar: furchtbare Farbgebung, gräßliche Schriftart, hmmmm, Kinners, ich bin neu hier und froh, dass ich überhaupt meine Gedanken hier lesbar niederpinnen kann. Aber wenn irgendwer fortgeschrittene Web-Design-Kenntnisse hat, kann er oder sie mir gerne eine schönere Seite basteln.
Bleibt aber das Hauptproblem. Was zur Hölle schreibe ich heute abend? ein großes Banner auf dem steht: ich kann witzig sein, aber dafür muß ich erst geärgert werden und ärgerlicherweise waren heute alle nett zu mir? Oder wie wäre es mit einem einfachen Stern aus ASCII-Zeichen, um Tirzas Anweisung, mein Licht scheinen zu lassen zu befolgen? Das hätte sogar eine spirituelle Komponente:"Hilfe, das Universum hat das bißchen Talent, das ich habe, auf diesem Stern versteckt und mein Raumschiff hat keinen Treibstoff mehr!" Aber da höre ich wieder Tirzas strenge Stimme:"Dann manifestier Dir welchen!"
Ihr seht schon, ich bekomme einfach keine Gnade und so bleibt mir nur übrig etwas zu tun, was ich immer wieder bei Polizisten im Fernsehen höre:"Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!"
Aber so kurz vor der Wahl muß ich dann doch eine Frage stellen: welche Parteien haben in ihrem Slogan eine Botschaft und welche einfach nur Worthülsen? Bei wem weiß man besser, wofür sie stehen, bei den arrivierten Parteien oder den Splitterparteien. hier eine Gegenüberstellung:
CDU: "Kanzlerin für Deutschland"
SPD: "Das Wir gewinnt"
gegen APPD (Alternative Pogo-Partei Deutschlands):
"saufen, saufen, saufen" und
"Arbeit ist scheiße!"
In diesem Sinne, geht wählen!
UND DANN SOWAS!
Die Kunden waren heute fast alle nett, die meisten waren der deutschen Sprache mächtig und haben mir ein schönes Wochenende gewünscht. Kinder, so kann ich nicht arbeiten! Wo sollen denn da meine Vorurteile herkommen?
Wenigstens scheint auf die KVB (Kölner Verkehrsbetriebe) Verlaß zu sein. Grade die Bahn verpaßt, aber die American Sportsbar hat noch auf. Ich bestelle mir also einen Hamburger, der mein Leben garantiert mehr verkürzt, als eine Stange Roth Händle ohne Filter und schaue dabei auf einen Flachbildschirm und sehe mir eine Halbzeit eines Fußballspiels an. Ein völlig neues Gefühl steigt in mir auf. Ich bin mir nicht ganz sicher, was es ist, aber ich höre meinen Puls nicht mehr in meinem Ohr pochen, habe keine Sehnsucht, jemanden anzuschreien und der Atem geht ruhig und gleichmmäßig. Mal meinen Arzt bei Gelegenheit befragen, ob das gefährlich ist.
Richtig Sorgen mache ich mir, als ich peinlich berührt bin, weil ein FC-Fan dem einzigen Borussia Mönchengladbach-Fan den Blick auf den Monitor versperrt und ihn provoziert. Glücklicherweise hört er bald auf, noch bevor ich sagen konnte:"Hey ist doch mutig, offen als Gladbach-Fan in Köln rumzulaufen!" Immer noch ruhiger Puls. Was ist nur los?
Mein Essen kommt. Neugierig untersuche ich den Burger. Gegrilltes Rindfleisch, gebratene Zwiebeln, Speck und sogar ein Spiegelei. Irgendwo versteckt sich eine Alibi-Tomatenscheibe in dem Gewirr. So muß das sein! Urzeitlich, unkultiviert. Während ich mir überlege, welche Prachtbauten ich mit dem ganzen Cholesterin in meinen Kapllargefäßen bauen werde, lächelt mich die sehr hübsche, blonde Kellerin in der unvorteilhaften Football-Schiedsrichtermontur an und fragt mich sogar noch devoter, als gute Kellner das zu tun pflegen, ob denn bei mir alles in Ordnung sei. Meine Mundwinkel entfernen sich ungewohnterweise voneinander und ich erwidere ein fröhliches "alles Bestens". Kurzer Blick auf den Monitor und Selbstcheck: Es gibt kaum etwas, das mich so wenig interessiert, wie ein Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Braunschweig, aber dieses fehlende Gefühl schmerzlicher Muskelanspannung läßt mich tatsächlich einfach das Spiel genießen. Ich freue mich sogar etwas für den Mönchengladbacher, dessen Freude bei jedem Tor so echt ist. Ich muß echt zum Arzt!
Doch damit nicht genug, aus dem Kneipenraum drigt Princes "Raspberry Beret" an mein Ohr und ich pfeife leise und fröhlich mit. Meine Gedanken schweifen um den Text und ich überlege mir, ob Sex im Pferdestall wirklich etwas ist, ws ich mit meinem Heuschnupfen ausprobieren sollte. Im Lied klingt es nach Spaß. Pferdeäpfel, pieksende Heuhalme, nichts vermag meine Laune zu trüben. Es ist gradezu unheimlich.
Ich denke an meinen Block. Naja, vielleicht bin ich morgen ja wieder der Alte und habe eine tolle Idee. Ich muß ja nicht jeden Tag was schreiben. Liest eh keiner.
Während ich auf die Rechnung warte, stöbere ich in meinem Ei-Fohn auf Fratzenbuch und traue meinen Augen nicht. Tirza macht bei wildfremden Menschen Werbung für meinen Blog! Dabei habe ich doch noch gar nichts intelligentes geschrieben und witzig war ich auch nicht. Was sollen die 'Leit' bloß von mir denge? Das wird weiter unten klar: furchtbare Farbgebung, gräßliche Schriftart, hmmmm, Kinners, ich bin neu hier und froh, dass ich überhaupt meine Gedanken hier lesbar niederpinnen kann. Aber wenn irgendwer fortgeschrittene Web-Design-Kenntnisse hat, kann er oder sie mir gerne eine schönere Seite basteln.
Bleibt aber das Hauptproblem. Was zur Hölle schreibe ich heute abend? ein großes Banner auf dem steht: ich kann witzig sein, aber dafür muß ich erst geärgert werden und ärgerlicherweise waren heute alle nett zu mir? Oder wie wäre es mit einem einfachen Stern aus ASCII-Zeichen, um Tirzas Anweisung, mein Licht scheinen zu lassen zu befolgen? Das hätte sogar eine spirituelle Komponente:"Hilfe, das Universum hat das bißchen Talent, das ich habe, auf diesem Stern versteckt und mein Raumschiff hat keinen Treibstoff mehr!" Aber da höre ich wieder Tirzas strenge Stimme:"Dann manifestier Dir welchen!"
Ihr seht schon, ich bekomme einfach keine Gnade und so bleibt mir nur übrig etwas zu tun, was ich immer wieder bei Polizisten im Fernsehen höre:"Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!"
Aber so kurz vor der Wahl muß ich dann doch eine Frage stellen: welche Parteien haben in ihrem Slogan eine Botschaft und welche einfach nur Worthülsen? Bei wem weiß man besser, wofür sie stehen, bei den arrivierten Parteien oder den Splitterparteien. hier eine Gegenüberstellung:
CDU: "Kanzlerin für Deutschland"
SPD: "Das Wir gewinnt"
gegen APPD (Alternative Pogo-Partei Deutschlands):
"saufen, saufen, saufen" und
"Arbeit ist scheiße!"
In diesem Sinne, geht wählen!
Donnerstag, 19. September 2013
Insomnia
Eigentlich sollte ich längst im Bett liegen und pennen. Morgen ist ein Arbeitstag. Aber ich kann ja schlecht einen Blog starten (den eh keiner liest) und dann nichts schreiben!
Am Sonntag ist Bundestagswahl. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wen ich wählen soll. Den Wahlkampf der CDU finde ich eine Frechheit und allein dafür gehört sie abgewählt. "Kanzlerin für Deutschland" was ist das denn für ein Slogan? Nicht daß diese Ideenlosigkeit beispiellos wäre: "Hitler über Deutschland" gab es schon und "Willy wählen". Beide hoffentlich nicht die Vorbilder der Union!
Um Mama Merkel aber aus der Schaltzentrale der Macht zu entfernen, müßte man etwas drastisches tun. Damit meine ich Peer Steinbrück bzw. seine SPD zu wählen. In meinem Leben - zumindest post Helmut Schmidt - wäre ich nie auf die Idee gekommen, einen solchen Schritt überhaupt nur zu erwägen. Aber das zeigt, wie sehr ich Frau Merkel hasse und wie unglaublich beleidigend ich diesen Wahlkampf finde. Aber er ist ein Zeugnis dieser Regierung. Viele Wähler greifen zur CDU, um eine gewisse Stabilität zu erhalten. Anders, als die ständig in kreativem Chaos lebenden "Sozen" weiß man bei der Union, was man hat. Keine Pannen, nichts überraschendes.
Schaue ich mir aber das Kabinett Merkel an, denke ich an Steuererleichterungen für Hoteliers, Ministerrücktritte wegen Schummeleien, zwei unterirdisch schlechte Bundespräsidenten, von denen einer den Job weggeworfen hat, wie die Schürze bei McDonalds, als er ein wenig Kritik einstecken mußte, der andere versucht verzweifelt seinen konservativen Arsch aus dem Knast zu halten.
Nur zu gern würde ich ja den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland der Regierung in die Schuhe schieben, aber was, außer Schlingerkurs haben die denn gemacht? Ein-Aus-Stieg bei der Atomwirtschaft, Prism mitsamt kohlschem Aussitzen des Aufruhrs, ein Eingeständnis, daß das Internet, in dem ich mich nun seit 20 Jahren bewege "für uns alle Neuland" sei. Ich würde gern mehr über die Errungenschaften dieser Regierung sprechen. Egal, ob ich nun den neuen Gesetzen und Maßnahmen zustimme oder nicht. Aber mir fallen keine ein.
Was mir hingegen einfällt ist die systematische Demontage der Glaubwürdigkeit der deutschen Außenpolitik. Aus Libyen halten wir uns fein raus und ernten nur Unverständnis. Als wir merken, wie sehr wir uns mit der Maßnahme isoliert haben, bieten wir weitere Truppen für Afghanistan an, die keiner angefordert hat. Laßt ruhig noch ein paar junge Leute am Hindukush verrecken, damit die Tucke im Außenministerium weitere Fehler machen kann. Fehler wie die deutsche Haltung in der Syrienfrage. Wieder ein Alleingang, wieder ein Zurückrudern in letzter Sekunde! Himmel, wünsche ich mir Joschka Fischer zurück!
Also was tun? FDP wählen, um keine zu radikalen Veränderungen zu machen? Wohl kaum. das einzig Liberale an den Liberalen ist die Wirtschaftspolitik. Keinerlei Grenzen mehr für Gier und nud Ellbogen. Was ist aus den liberalen Idealen geworden? Wie verträgt sich Prism mit freiheitlichen Grundwerten? Wie frei ist man als Kind von Hartz IV-Empfängern in einem Land, in dem der Status der Eltern aussagekräftiger für den Werdegang des Kindes ist, als in so ziemlich jedem anderen Industrieland? Freiheit bedeutet scheinbar bei den Liberalen, die Freiheit, einer Frau Koch-Mehrin ihre Doktorarbeit abzuschreiben. Danke, dann schon lieber die Definition von Janis Joplin!
Die Grünen? Mit denen setze ich mich auseinander, wenn die selbst wissen was sie wollen. Alles, was ich von denen höre ist ein "das können wir uns auch noch leisten". Ja, kein Wunder, wenn die Wählerschaft sich aus Studienräten und anderen Besserverdienern besteht. Nein danke!
Also doch die SPD? Mit einem Kanzlerkandidaten, bei dem ich mir noch nicht mal sicher bin, daß er gewählt werden will? Klar, gibt es eine Menge über Politiker-Diäten zu sagen, wenn man sie mit den Spitzenplätzen der deutschen Wirtschaft vergleicht. Aber muß man mit einer solchen Debatte den Wahlkampf einläuten? Aber der Peer ist ja kein Elitist! Schau nur mal, wie brav er der Süddeutschen den Mittelfinger gezeigt hat! Ein Kerl wie Du und... ne, das kommt mir nicht über die Tastatur!
Außerdem mag man Steinbrück für einen Realisten halten, aber mit jeder Stimme für die Sozen kaufe ich mir auch ein Stück Andrea Nahles ein und das empfinde ich dann als verantwortungslos.
Aber zurück zum Ausgangspunkt: Zu dem, was mein Stimmverhalten beeinflussen könnte: Die Themen! "Kanzlerin für Deutschland" gegen "Das Wir entscheidet".
My ass! Als ob wir keine Probleme hätten!
Wie stellt ihr Euch das weitere Vorgehen in Griechenland vor?
Wie wollt ihr eine neue Banken- und Staatspleite verhindern?
Wie kriegt der Steuerzahler die Kohle wieder, die die letzte gekostet hat?
Wie wollen wir zukünftig die Waage zwischen Freiheit und Sicherheit justieren?
Wie stehen wir zu Industriespionage aus "befreundeten" Ländern?
Wie sichern wir unsere Renten?
Wie bekommen wir besser ausgebildete Angestellte?
Wie fördern wir neue Innovationen?
Wie wollen wir dem größer werden der Schere zwischen Arm und Reich begegnen?
Das alles paßt nicht auf Wahlplakate - und Herr Brüderle: der unausgesprochene Trias:"Keine neuen Schulden, keine Neuen Steuern, keine neuen Ideen" ist auch nicht besser!
Und auch wenn mich nicht, wie Heinrich Heine die Sensucht nach Deutschland plagt, so stimme ich mit ihm überein:"Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht."
Warum ist mir selbst nicht so ganz klar, aber ich sagte ja schon: ich sollte seit Stunden schlafen...
Am Sonntag ist Bundestagswahl. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wen ich wählen soll. Den Wahlkampf der CDU finde ich eine Frechheit und allein dafür gehört sie abgewählt. "Kanzlerin für Deutschland" was ist das denn für ein Slogan? Nicht daß diese Ideenlosigkeit beispiellos wäre: "Hitler über Deutschland" gab es schon und "Willy wählen". Beide hoffentlich nicht die Vorbilder der Union!
Um Mama Merkel aber aus der Schaltzentrale der Macht zu entfernen, müßte man etwas drastisches tun. Damit meine ich Peer Steinbrück bzw. seine SPD zu wählen. In meinem Leben - zumindest post Helmut Schmidt - wäre ich nie auf die Idee gekommen, einen solchen Schritt überhaupt nur zu erwägen. Aber das zeigt, wie sehr ich Frau Merkel hasse und wie unglaublich beleidigend ich diesen Wahlkampf finde. Aber er ist ein Zeugnis dieser Regierung. Viele Wähler greifen zur CDU, um eine gewisse Stabilität zu erhalten. Anders, als die ständig in kreativem Chaos lebenden "Sozen" weiß man bei der Union, was man hat. Keine Pannen, nichts überraschendes.
Schaue ich mir aber das Kabinett Merkel an, denke ich an Steuererleichterungen für Hoteliers, Ministerrücktritte wegen Schummeleien, zwei unterirdisch schlechte Bundespräsidenten, von denen einer den Job weggeworfen hat, wie die Schürze bei McDonalds, als er ein wenig Kritik einstecken mußte, der andere versucht verzweifelt seinen konservativen Arsch aus dem Knast zu halten.
Nur zu gern würde ich ja den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland der Regierung in die Schuhe schieben, aber was, außer Schlingerkurs haben die denn gemacht? Ein-Aus-Stieg bei der Atomwirtschaft, Prism mitsamt kohlschem Aussitzen des Aufruhrs, ein Eingeständnis, daß das Internet, in dem ich mich nun seit 20 Jahren bewege "für uns alle Neuland" sei. Ich würde gern mehr über die Errungenschaften dieser Regierung sprechen. Egal, ob ich nun den neuen Gesetzen und Maßnahmen zustimme oder nicht. Aber mir fallen keine ein.
Was mir hingegen einfällt ist die systematische Demontage der Glaubwürdigkeit der deutschen Außenpolitik. Aus Libyen halten wir uns fein raus und ernten nur Unverständnis. Als wir merken, wie sehr wir uns mit der Maßnahme isoliert haben, bieten wir weitere Truppen für Afghanistan an, die keiner angefordert hat. Laßt ruhig noch ein paar junge Leute am Hindukush verrecken, damit die Tucke im Außenministerium weitere Fehler machen kann. Fehler wie die deutsche Haltung in der Syrienfrage. Wieder ein Alleingang, wieder ein Zurückrudern in letzter Sekunde! Himmel, wünsche ich mir Joschka Fischer zurück!
Also was tun? FDP wählen, um keine zu radikalen Veränderungen zu machen? Wohl kaum. das einzig Liberale an den Liberalen ist die Wirtschaftspolitik. Keinerlei Grenzen mehr für Gier und nud Ellbogen. Was ist aus den liberalen Idealen geworden? Wie verträgt sich Prism mit freiheitlichen Grundwerten? Wie frei ist man als Kind von Hartz IV-Empfängern in einem Land, in dem der Status der Eltern aussagekräftiger für den Werdegang des Kindes ist, als in so ziemlich jedem anderen Industrieland? Freiheit bedeutet scheinbar bei den Liberalen, die Freiheit, einer Frau Koch-Mehrin ihre Doktorarbeit abzuschreiben. Danke, dann schon lieber die Definition von Janis Joplin!
Die Grünen? Mit denen setze ich mich auseinander, wenn die selbst wissen was sie wollen. Alles, was ich von denen höre ist ein "das können wir uns auch noch leisten". Ja, kein Wunder, wenn die Wählerschaft sich aus Studienräten und anderen Besserverdienern besteht. Nein danke!
Also doch die SPD? Mit einem Kanzlerkandidaten, bei dem ich mir noch nicht mal sicher bin, daß er gewählt werden will? Klar, gibt es eine Menge über Politiker-Diäten zu sagen, wenn man sie mit den Spitzenplätzen der deutschen Wirtschaft vergleicht. Aber muß man mit einer solchen Debatte den Wahlkampf einläuten? Aber der Peer ist ja kein Elitist! Schau nur mal, wie brav er der Süddeutschen den Mittelfinger gezeigt hat! Ein Kerl wie Du und... ne, das kommt mir nicht über die Tastatur!
Außerdem mag man Steinbrück für einen Realisten halten, aber mit jeder Stimme für die Sozen kaufe ich mir auch ein Stück Andrea Nahles ein und das empfinde ich dann als verantwortungslos.
Aber zurück zum Ausgangspunkt: Zu dem, was mein Stimmverhalten beeinflussen könnte: Die Themen! "Kanzlerin für Deutschland" gegen "Das Wir entscheidet".
My ass! Als ob wir keine Probleme hätten!
Wie stellt ihr Euch das weitere Vorgehen in Griechenland vor?
Wie wollt ihr eine neue Banken- und Staatspleite verhindern?
Wie kriegt der Steuerzahler die Kohle wieder, die die letzte gekostet hat?
Wie wollen wir zukünftig die Waage zwischen Freiheit und Sicherheit justieren?
Wie stehen wir zu Industriespionage aus "befreundeten" Ländern?
Wie sichern wir unsere Renten?
Wie bekommen wir besser ausgebildete Angestellte?
Wie fördern wir neue Innovationen?
Wie wollen wir dem größer werden der Schere zwischen Arm und Reich begegnen?
Das alles paßt nicht auf Wahlplakate - und Herr Brüderle: der unausgesprochene Trias:"Keine neuen Schulden, keine Neuen Steuern, keine neuen Ideen" ist auch nicht besser!
Und auch wenn mich nicht, wie Heinrich Heine die Sensucht nach Deutschland plagt, so stimme ich mit ihm überein:"Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht."
Warum ist mir selbst nicht so ganz klar, aber ich sagte ja schon: ich sollte seit Stunden schlafen...
Willkommensgruß
Herzlich willkomme auf meinem Blog!
ich weiß selbst noch nicht ganz genau, was ich hier machen will, aber vermutlich werde ich es als Ventil benutzen, über Gott und die Welt zu schreiben. Wer hier also einen roten Faden vermutet, der wird enttäuscht werden. Wer 100% Ainoth sucht, der ist hier richtig. Und der weiß auch, daß nicht alles so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und daß ich meistens übers Ziel hinausschieße.
Ein Sinn für Humor sollte also vorhanden sein.
Ansonsten: viel Spaß!
ich weiß selbst noch nicht ganz genau, was ich hier machen will, aber vermutlich werde ich es als Ventil benutzen, über Gott und die Welt zu schreiben. Wer hier also einen roten Faden vermutet, der wird enttäuscht werden. Wer 100% Ainoth sucht, der ist hier richtig. Und der weiß auch, daß nicht alles so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und daß ich meistens übers Ziel hinausschieße.
Ein Sinn für Humor sollte also vorhanden sein.
Ansonsten: viel Spaß!
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