Zunächst entschuldige ich mich, daß ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber ich bin leider krank und hatte daher nicht wirklich neue Einfälle.
Um wieder ins Schreiben reinzukommen, beginne ich heute mit einer Rezension. TV-Serien sind ein großes Hobby von mir, da ich finde, daß speziell einige der US-Serien mittlerweile besser, weil innovativer sind, als vieles, was uns Hollywood im Kino präsentiert. Aus diesem Grunde möchte ich ein paar Serien vorstellen, die ich schaue und die noch produziert werden. Die Reihenfolge ist dabei zufällig.
1. The Big Bang Theory:
Offensichtlich macht Chuck Lorre nicht genug Geld mit "Two and a half men", so daß er eine neue Serie ins Rennen schickt. Der Plot scheint ursprünglich von der britischen Hit-Serie "The IT Crowd" geklaut zu sein, doch in ihrem inzwischen 7. Jahr mußten sich die Autoren etwas neues einfallen lassen. Plot: neben einer Nerd-WG zieht eine hübsche, blonde Möchtegern-Schauspielerin ein und bringt das Leben der Physiker in ziemliche Unruhe. Die Serie entwickelt sich so weit, daß hinterher eigentlich die Grundprämisse negiert wird, nämlich, daß Nerds keine Frauen bekommen. Inzwischen sind alle männlichen Hauptcharaktere in einer Bezeihung (außer dem armen Raj, der aber zumindest eine on-off-Freundin bekommt). Das Konzept funktioniert nur deswegen noch, weil die nicht minder bizarre Welt der Frauen in Kontrast zu der der Jungs gestellt wird. Jede Menge Sterotypen: Star Wars gegen Schusammeltick etc.
Big Bang Theory ist eine klassische Soap Opera, die auf limitiertem Set gedreht wird. Nette Gags, nichts Kompliziertes, aber eine Menge unüblicher Gaststars. Neben den zu erwartenden StarTrek-Schauspielern tauchen auch Nobelpreisträger und sonstige ernste Physiker auf. Steven Hawking ist fast schon ein fester Cast-Bestandteil.
2. Homeland:
Homeland füllt ein wenig die Leere, die die längst überällige (und nächstes Jahr wohl rückgängig gemachte ) Einstellung von "24" hinterlassen hat. Die aufwendig gestaltete Serie dreht sich um die Abwehr von Terroranschlägen. In der ersten Season kommt ein amerikanischer Marine nach 8 Jahren Gefangenschaft bei einem Terrorfürsten heim. Alle feiern ihn, aber eine Analystin der CIa glaubt, er sei ein Schläfer. Die erste Staffel besticht durch tolle Schauspieler und eine Geschichte, die hin und her geht. Ist Brody ein Terrorist oder wird er zu Unrecht beschuldigt? In der zweiten Staffel ist die Frage jedoch bereits geklärt, wodurch sich die Dynamik der Serie vollständig ändert. Trotzdem bleibt sie spannend, aber für die 3. Staffel, die nächste Woche wohl in den USA anfängt, habe ich starke Befürchtungen.
3. Game of Thrones:
Derzeit wohl die erfolgreichste Serie im Fernsehen. Ich kenne kaum jemanden, der sie nicht mit großer Spannung verfolgt. Es handelt sich um die opulente Verfilmung der Bücher des Fantasy-Autoren George R. R. Martin. Grundsätzlich bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß man eine HBO-Serie blind kaufen kann (auch wenn es da nicht so gute gibt), aber bei "Game of thrones" ging der Sender in die Vollen. Grandiose Landschaftsaufnahmen, prächtige Burgen und Städte, farbenfrohe Rüstungen und Kostüme, allein das ist ein Fest für die Augen und schreit nach der BluRay-Variante beim Einkauf. Davon abgesehen ist es eine untypische Geschichte; untypisch für Fantasy, weil es eine komplexe interne Politik gibt, statt gut gegen Böse, untypisch für Film und Fernsehen, weil man sich nicht darauf verlassen kann, daß ein Hauptdarsteller unsterblich ist. "Game of thrones" hat inzwischen 3 Seasons und ein Nachlassen der Qualität ist nicht in Sicht!
4. Boardwalk Empire
Eine weitere HBO-Produktion mit dem großartigen Steve Busceme in der Hauptrolle. Die Serie erzählt die Geschichte des Politikers/Gangsters Nucky Thompson, der zur Zeit der Prohibition Atlantic City fest in seinem Griff hatte. Es tauchen prominente Gangster der Zeit auf, Politiker etc. Die Geschichte ist solide, die Aufmachung grandios. Sehr farbenfroh, tolle Anzüge, Kleider, Kulissen. Bei der zweiten Staffel ist mir die Geschichte irgendwie unmerklich langweilig geworden, aber in der dritten Staffel nahm die Spannung wieder zu.
5. The Newsroom
Ich bin ein sehr großer Fan des Drehbuchautoren Aaron Sorkin. Dessen Serie "The West Wing" ist für mich immer noch die Referenzklasse für Fernsehserien. Glücklicherweise hat er nun nach langer Pause endlich wieder eine neue Serie am Start. In "The Newsroom" geht es um eine Nachrichtenredaktion. Die interessante Neuerung ist, daß in der Serie reale Nachrichtenevents des Vorjahres aufgegriffen werden und in die Serie eingebaut werden. Obwohl mir eine der Hauptdarstellerinnen tierisch auf den Nerv geht, finde ich die Serie immer noch extrem spannend und unterhaltsam. Die Dialoge sind natürlich über jeden Zweifel erhaben.
6. House of Cards
Ein Remake einer britischen Serie aus den 90ern. Im Origninal geht es um einen skurpellosen Tory-Politiker in der Post-Thatcher-Ära. Sein Aufstieg, die immer größer werdende Amoralität und zuletzt der unausweichliche Fall in einer Gesellschaft, in der nur Macht regiert und der Zweck die Mittel heiligt.
Die US-Version transferiert die Geschichte in das dortige politische System und hat mit Kevin Spacey einen tollen Hauptdarsteller. Die US-Version ist glamouröser als die UK-Version, sie ist detailierter und so gibt es zum Congressman Underwood auch noch die nicht minder rücksichtslose Ehefrau, die einer Wohltätigkeitsorganisation vorsteht. "House of Cards" ist die richtige Serie für Leute, die Spaß an ausgeklügelten Plots und politischen Intrigen haben.
7. Californication
Hank Moody ist ein frustrierter Autor, der versucht die Liebe seines Lebens zu halten, seine Tochter zu erziehen und im Alleingang gute Literatur zu retten. Sein Bestsellerroman "God hates us all" wird in eine romantische Komödie für die Leinwand verwandelt und er bginnt einen Selbsthasstrip. Die ersten 4 Staffeln gehören zum besten, was ich an Serien gesehen habe, in der 5. Staffel sind die Ideen aber endgültig ausgelutscht und entweder es kommt noch was Großes oder man sollte die Serie zur Ruhe betten.
8. The Good Wife
Eine klassische, amerikanische Serie mit typisch amerikanischen Problemen, aber irgendwie doch unterhaltsam. Juliana Margulies spielt eine Ehefrau eines Politikers, der einen Skandal wegen Fremdgehens am Bein hat. Sie steht bei ihrem Mann, wie eine "gute Ehefrau", löst sich aber emotional von ihm und beginnt ihre eigene Karriere als Anwältin. Dort trifft sie auf viel jüngere und hungrigere Konkurrenten, schlägt sich aber mit ihrer Art und ihren Kontakten doch durch. Bald beginnt die 5. Staffel in den USA.
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